Zeckenschleuder

Wir benötigen keine Wetterfrösche, keinen Fernsehmoderator, keinen Kalender oder gar eine Wetter-App, um festzustellen, dass es bald Frühling wird. Der beste Indikator ist unser Kater. Da mag es draußen hageln oder gar schneien, wenn der Herr Kater die erste Zecke hat, wissen wir, dass der Frühling nicht weit ist. Spätestens im Frühsommer bin ich dann wieder eingearbeitet und kann Seminare im Zeckenziehen geben.

Fette Zecke. Foto: von der Beck

Auch kann ich diverse Zeckentypen unterscheiden: Da gibt es kleine dunkelgraue Zecken in Kugelform, es gibt häufig dreieckige Blutsauger mit schwarzem Mundwerkzeug und braunem Körper und fast schwarze Zecken, die vollgesogen wie „Dickebohnen“ aussehen. Es gibt große und kleine Zecken, die gemeinsam an einer Stelle saugen. Kontinuierlich, bis in den Oktober hinein drehe ich dem Kater die Zecken linksherum aus dem Fell – täglich ein gutes Dutzend. Dann, Ende Oktober ist der Spuk vorbei.

Peter von der Beck

#Fressmaschine

Der Kater wird immer dicker und wir können es uns nicht erklären. Sein Futterverbrauch hält sich in Grenzen und für ein so großes Tier erscheint es manchmal gar ein bisschen wenig. Und die drei oder vier kleinen Scheiben Schinken machen den Braten, pardon, den Kater auch nicht fett. Und doch! Sein Umfang wächst.

Aber – in unser vernetzten Welt bleibt nichts verborgen, auch die kulinarischen Unternehmungen nachaktiver Kater nicht. Ausgerechnet Facebook entlarvt schließlich die schwarz-weiße Fressmaschine.

Unverkennbar  ist – mit seiner Narbe von der jüngsten Schlägerei –  bei Facebook sein Konterfei vertreten. Aus dem text geht klar hervor: Zwei Straßen weiter hat der Junge doch noch eine weitere Futterstelle aufgetan. Die Enkelin einer Oma hat den friedlich schlafenden Burschen auf der Couch abgelichtet und fragt in der Social Community nach, woher der Kater wohl kommt, der täglich bei der Oma drei Tüten frisst und noch Leckerchen einheimst.

Wenn dann noch ein paar Mäuse hinzukommen, ist es kein Wunder, dass er Speckrollen bekommt…

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….Und wieder frage ich mich angesichts der Aktivitäten unseres Freigängers. Wer hält sich hier wen? Sind wir die Haustiere und fristen unser Dasein auf dieser Welt, um ihm Nahrung und Unterkunft zu beschaffen?

Alles ist eben eine Frage der Perspektive.

– Peter von der Beck